Regenzeit in der Türkei: Wann und wo regnet es am meisten?
Aktualisiert am 29. Oktober 2026

Regenzeit in der Türkei: Wann und wo regnet es am meisten?

Eine Regenzeit wie in den Tropen gibt es in der Türkei nicht, wohl aber eine klare Verteilung: An den Küsten im Süden und Westen fällt der meiste Regen zwischen November und Februar, während die Sommer fast völlig trocken sind. Am Schwarzen Meer regnet es dagegen das ganze Jahr über.

Wer seine Reise plant, sollte diese Unterschiede kennen. In diesem Artikel erfährst du, wann und wo es in der Türkei am meisten regnet, welche Monate am trockensten sind und was das für deinen Urlaub bedeutet. Alle Werte stammen aus unseren Klimadaten.

Warum es in der Türkei so unterschiedlich regnet

Die Türkei ist ein großes Land mit sehr verschiedenen Landschaften. Hohe Gebirge trennen die Küsten vom Landesinneren. Das Taurusgebirge im Süden und das Pontische Gebirge im Norden fangen feuchte Luft vom Meer ab. Auf der Meerseite regnet es deshalb viel, dahinter wird es deutlich trockener.

Dazu kommt das typische Mittelmeerklima an der Süd- und Westküste: Im Sommer liegt die Region unter stabilem Hochdruck, im Winter ziehen Tiefdruckgebiete über das Mittelmeer und bringen kräftige Niederschläge. Am Schwarzen Meer fehlt diese klare Trennung, weil feuchte Luft von Norden auch im Sommer auf die Berge trifft.

Niederschlag nach Region im Vergleich

Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Niederschlagsmenge pro Monat in Millimetern für je einen typischen Ort:

MonatRiviera (Mahmutlar)Ägäis (Selçuk)Marmara (Şile)Schwarzes Meer (Trabzon)Zentralanatolien (Konya)Südosten (Şanlıurfa)
Januar195130100653880
Februar13010075553065
März807565553560
April504545603850
Mai252535554535
Juni882550258
Juli22153582
August32184052
September12154055128
Oktober654570802835
November1209595753255
Dezember215145115654080
Regentage/Jahr65731031358076

Mittelmeer: Winterregen, trockene Sommer

An der Türkischen Riviera fällt im Jahr zwar viel Regen, aber fast ausschließlich im Winterhalbjahr. Rund um Alanya und Mahmutlar kommen im Dezember durchschnittlich 215 Millimeter zusammen, im Januar 195. In Antalya und an der Küste bei Mersin sind es im Dezember sogar gut 260 Millimeter. Das ist mehr, als in Konya in einem halben Jahr fällt.

Trotzdem ist der Winter an der Riviera kein Dauerregen. Die Niederschläge kommen meist als kräftige Schauer und Gewitter, auf die oft wieder sonnige Tage folgen. In Mahmutlar zählen unsere Daten im Dezember und Januar je 12 Regentage, der Rest des Monats ist häufig trocken und mild.

Im Sommer sieht es völlig anders aus. Von Juni bis August fällt an der Riviera kaum ein Tropfen, im Juli sind es im Schnitt nur 2 Millimeter bei null Regentagen. Wer garantiert trockenes Wetter sucht, ist hier zwischen Juni und September richtig.

Ägäis: ähnliches Muster, weniger Menge

An der Ägäis folgt der Regen dem gleichen Rhythmus, allerdings mit geringeren Mengen. In Selçuk bei Ephesos fallen im Dezember rund 145 Millimeter, im Juli und August nur je 2. Die Übergangszeiten sind hier besonders angenehm: Im Mai und September regnet es an höchstens 4 Tagen im Monat.

Weiter im Landesinneren, etwa in Pamukkale, fällt im Winter wieder mehr Regen, weil die Luft an den Bergen aufsteigt. Dort liegen die Dezemberwerte bei 225 Millimetern.

Schwarzes Meer: ganzjährig feucht

Die Schwarzmeerküste ist die große Ausnahme. Hier gibt es keinen trockenen Sommer. In Trabzon regnet es laut unseren Daten an 135 Tagen im Jahr, doppelt so oft wie an der Riviera. Selbst im Juli und August musst du mit etwa 8 Regentagen pro Monat rechnen. Die Monatsmengen sind dabei gar nicht extrem hoch, aber es regnet häufig und die Luft bleibt feucht.

Weiter östlich, rund um Rize und in den Bergen der Kaçkar, gilt die Region als besonders regenreich. Genau das sorgt für die grünen Teeplantagen, dichten Wälder und die neblige Stimmung in den Hochtälern. Mehr über die Region erfährst du auf der Seite zur Schwarzmeerregion. Die beste Reisezeit ist trotz allem der Sommer, wenn es am wärmsten und am wenigsten nass ist.

Marmara, Zentralanatolien und der Osten

Istanbul und die Marmararegion

Istanbul und die Marmararegion liegen zwischen den Klimazonen. Der Winter ist regenreich, der Sommer relativ trocken, aber nicht so ausgeprägt wie im Süden. In Şile an der Schwarzmeerküste bei Istanbul zählen unsere Daten 103 Regentage im Jahr. Auch im Juli regnet es an rund 3 Tagen.

Zentralanatolien

Das Hochland im Inneren ist die trockenste Region des Landes. In Konya fallen im ganzen Jahr nur gut 330 Millimeter. Der meiste Niederschlag kommt im Frühjahr, im Mai liegt der Höchstwert bei 45 Millimetern. Im Winter fällt ein Teil davon als Schnee.

Der Südosten

Im Südosten, etwa in Şanlıurfa, sind die Sommer extrem trocken und heiß. Zwischen Juni und September regnet es fast nie. Der Niederschlag konzentriert sich auf die Wintermonate, wenn es mit rund 80 Millimetern im Dezember und Januar am nassesten ist.

Was das für deine Reiseplanung bedeutet

  • Trockenste Zeit: Juli und August sind fast überall im Land die trockensten Monate. Ausnahme ist die Schwarzmeerküste.
  • Regenreichste Zeit: An Mittelmeer und Ägäis sind Dezember und Januar die nassesten Monate.
  • Übergangszeiten: Mai und September bieten an den Südküsten wenig Regen und angenehme Temperaturen. Auch der Oktober ist meist gut, ab Ende des Monats nimmt der Regen aber zu.
  • Winterreisen: Pack eine Regenjacke ein und plane flexibel. Nach einem Regentag folgt an der Riviera oft wieder Sonne.

Einen Überblick über das gesamte Klima des Landes findest du in unserem Artikel zum Klima in der Türkei.

Fazit

Die Türkei hat keine Regenzeit im klassischen Sinn, aber ein deutliches Muster: An den beliebten Südküsten regnet es im Winter viel und im Sommer fast gar nicht. Das Schwarze Meer ist ganzjährig feucht, Zentralanatolien das ganze Jahr über recht trocken. Wenn du trockenes Wetter suchst, reise zwischen Mai und Oktober an die Süd- oder Westküste. Wer im Winter unterwegs ist, bekommt an der Riviera zwar mehr Regen, aber auch viele milde, sonnige Tage.

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